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Pizas Geschichte, Afghanistan

Aufgezeichnet von Dr. M. Rafiq, Fistelkoordinator, Cure International Hospital

Piza ist eine 29 Jahre alte Frau aus der Provinz Ghazni in Afghanistan. Die Mutter von vier Kindern hat 14 Jahre lang unter einer Fistel gelitten. Als ich sie zum ersten Mal traf und sie über ihr Problem befragen wollte, antwortete sie in Tränen: „Bitte, fragen sie mich nicht.“ – Ich traf sie wieder, als ihre Fistel geheilt war. Sie lächelte mich an: „Bitte kommen Sie her. Ich werde Ihnen alles erzählen. Fragen Sie, und ich werde Ihnen antworten.“ Dies tat ich, und Piza erzählte mir ihre Geschichte:

Mutter mit 15

„Ich war 15 Jahre alt, als ich verheiratet wurde. Ich wollte nicht so früh Mutter werden. Ich hatte Sorge, dass ich mich noch nicht richtig um mein Kind kümmern könnte. Ausserdem war meine Schwiegermutter eine alte Frau, und es gab keine andere Frau ausser mir, die den Familienmitgliedern dienen konnte. Bei der ersten Geburt bekam ich dieses Problem, an dem ich lange zu leiden hatte. Es war Winter und die Strassen zum nächsten Krankenhaus, das weit von meinem Dorf entfernt ist, waren geschlossen. So musste ich zuhause gebären.

„Geh weg! Deine Kleider stinken.“

Während meiner Krankheit musste ich viele schwierige Situationen durchstehen. Als der Winter vorbei war, brachte mich mein Mann in das Bezirkskrankenhaus. Im Wartesaal fragte ich mich, warum sich niemand zu mir setzte. Einige Patienten sagten mir: „Geh weg! Deine Kleider stinken!“ Der Doktor stellte mir viele Fragen, wusste aber nicht über mein Problem Bescheid. Er gab mir Medikamente, aber sie halfen nicht. Ich konnte nicht mehr an Familienfesten oder Hochzeiten teilnehmen, weil ich das Gefühl bekam, dass mich die Leute hassen. Sie redeten nicht mehr mit mir, weil ich stank.

Leben wie früher

Eines Tages kam mein Mann glücklich nach Hause. Als ich ihn fragte, warum er so gute Laune hat, lachte er. Unser Dorfarzt habe ihm erzählt, dass es in Kabul ein Krankenhaus gäbe, das mein Problem heilen könne, dass die Behandlung kostenlos sei und auch die Transportkosten übernommen würden. Ich konnte die ganze Nacht vor der Abreise nicht schlafen. Ich dachte daran, dass ich nach der Behandlung wieder wie früher leben könnte und dass mich niemand mehr hassen würde. Ich würde auch wieder an Hochzeiten gehen können.  – Jetzt bin ich geheilt. Ich bin froh, dass ich gesund nach Hause zurückzukehren kann. Mein ganzes Leben lang werde ich für die Ärztinnen im CURE Krankenhaus beten und für die Menschen, die dieses Programm unterstützen.“

 

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