Erfreuliche Ergebnisse und neue Pläne

Anfang Dezember 2016 besuchte WHI-Geschäftsleiter Gerhard Bärtschi unsere Projektpartner CURE und Première Urgence Internationale in Afghanistan. In einem kurzen Interview erzählt er von Eindrücken, Resultaten und neuen Plänen.

Was sind die gewonnen Eindrücke der Projektarbeit in Afghanistan?
Ich war beeindruckt von der hohen Professionalität in den Projekten, wie auch vom unermüdlichen Einsatz der lokalen Mitarbeiter. Die Arbeit wird aber immer und überall von der grossen Sicherheitsproblematik überschattet.

Welches sind die Ergebnisse der Arbeit im CURE International Hospital im vergangenen Jahr?
Im Jahr 2017 feiern wir zehn Jahre Zusammenarbeit zwischen WHI und dem CURE Spital. WHI hat damals im bereits bestehenden Spital die Fistelbehandlung initiiert und die ersten vier Chirurginnen und Pflegefachfrauen ausbilden lassen. Ein Highlight des vergangenen Jahres ist die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung von Dr. Homa zur Fistelchirurgin. Mit ihr operieren jetzt drei Chirurginnen am CURE Spital. Die Chirurginnen konnten im letzten Jahr 200 Fisteloperationen durchführen – so viele wie noch nie zuvor - mit einer überdurchschnittlich hohen Erfolgsrate von 88 %. Ein tolles Ergebnis zum Jubiläum!

Wie sehen die neuen Pläne für die Hebammenschule in der Provinz Kunar aus, nachdem das letzte Ziel, die Ausbildung von 60 Hebammen und Pflegefachfrauen, erreicht wurde?
Als nächster Schritt soll zusammen mit Première Urgence Internationale eine Studie verfasst werden, um die Erreichbarkeit der Gesundheitsposten, in denen das neue Personal stationiert wurde, zu messen und herauszufinden, welche Hürden Frauen der Region davon abhalten, einen Gesundheitsposten aufzusuchen (z. B. geographische oder kulturelle Hürden). Die Ergebnisse der Studie sollen als Grundlage für ein neues Projekt dienen. Das langfristige Ziel bleibt die Senkung der Müttersterblichkeitsrate, deshalb ist es wichtig, dass wir die Frauen dazu bringen, ein Gesundheitsposten aufzusuchen; noch immer stirbt in Afghanistan alle zwei Stunden eine Frau unter der Geburt oder an deren Folgen.

Die langfristigen Ziele in Afghanistan sind, die Müttersterblichkeit mittels angemessener Gesundheitsversorgung zu senken und Frauen mit Geburtsfisteln zu heilen. Welches sind im Moment die grössten Schwierigkeiten, die die Realisierung der Ziele erschweren?
Die Probleme sind vielseitig. Einerseits gibt es die Schwierigkeiten, die eine patriarchale Kultur mit sich führt. Frauen sind für die Arbeit im Haus zuständig und können sich alleine nicht frei bewegen und somit auch nicht alleine zu einem Gesundheitsposten oder Spital gehen. Auch dürfen sich Frauen oft nur von weiblichem Gesundheitspersonal untersuchen lassen. Dieser Nachfrage werden viele Einrichtungen mangels gut ausgebildeter Frauen nicht gerecht. Gerade in der Provinz Kunar, wo die Taliban weite Teile unter ihre Fittiche genommen haben, werden Frauen in ihren grundlegenden Rechten beschnitten. Des Weiteren spielt die Geographie Afghanistans eine zentrale Rolle, welche die Mobilität der Menschen einschränkt. Die Regionen zeichnen sich durch ihre Gebirgslandschaften aus und die durchschnittliche Distanz zwischen einem Wohnort und dem nächsten Gesundheitsposten ist meist sehr gross.
All diese Faktoren erschweren unsere Arbeit, denn die Frauen können nur behandelt werden, wenn sie einen Gesundheitsposten oder ein Spital aufsuchen.

Operations-Pate/in werden

Ermöglichen auch Sie die Heilung einer Betroffenen!

img_2192_heilung_von_fisteln.jpg