Adina, Fistelpatientin, Äthiopien

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Adinas Geschichte
Adina ist 25 Jahre alt und die älteste Tochter von drei Kindern. Adina kam als gesundes Kind zur Welt und entwickelte sich bis zu ihrem zweiten Lebensjahr normal. Dann wurde sie ganz plötzlich krank. Ihre Eltern brachten sie ins Spital, wo sie während einer Woche wegen Verstopfungen behandelt wurde. Wieder zu Hause, merkte Adinas Vater, dass sie ihr linkes Bein nicht mehr richtig belasten konnte und es immer hinter sich her zog - die Ärzte hatten nicht bemerkt, dass Adina an Kinderlähmung erkrankt war.

Falsche Hoffnungen
Wegen ihrer körperlichen Behinderung konnte Adina erst als sie 18 Jahre alt war die Schule in der naheliegenden Stadt besuchen. Ihre Eltern mieteten ihr eine kleine Wohnung, denn sie hätten Adina nicht jeden Tag in die Schule bringen können.
Als Adina in der dritten Klasse war, geschah etwas Unerwartetes. Ein Mann zeigte Interesse an ihr und sprach sogar davon, sie zu heiraten. Adina war wegen ihrem verkümmerten Bein nicht beliebt bei Männern. Sie freute sich deshalb sehr, dass ihr jemand Komplimente machte und es dauerte nicht lang und Adina hatte sich in den Mann verliebt. Kurze Zeit später jedoch war Adina Schwanger und der Mann spurlos verschwunden. Adina hatte keine Wahl und musste zurück zu ihren Eltern, mit all der „Schande“, wie sie später erzählt. „Aber es gab niemand ausser meiner Familie, der mir hätte helfen können.“

Lange Geburt mit schweren Folgen
Monate später lag Adina in den Wehen und versuchte über einen Tag lang, ihr Kind zu gebären, jedoch ohne Erfolg. Ihr Vater brachte sie ins Spital, aus Angst, sie würde sterben. Dort brachte Adina ein totes Kind zur Welt. Der Tod des Kindes war für Adina nur schwer zu verarbeiten: „Ich konnte es einfach nicht glauben. Es war sehr hart, mein Kind, das ich neun Monat in mir trug, am Ende einfach so zu verlieren“.
Durch die lange Geburt hatte sich bei Adina eine zweifache Fistel gebildet; sie konnte weder Urin noch Stuhl kontrollieren. Die Ärzte im Spital sagten ihr, dass sie nach Adis Abeba ins Hamlin Fistula Hospital fahren solle, um sich dort behandeln zu lassen. Adinas Vater hatte jedoch sein ganzes Geld für die Fahrt ins Spital und die Geburt ausgegeben und so blieb ihnen nichts Anderes übrig, als nach Hause zurück zu kehren. Vier Jahre lebte Adina in diesem Zustand, unter dem sie unvorstellbar litt. Sie konnte sich nicht an der Hausarbeit beteiligen: „Ich weinte Tag und Nacht. Warum hat mich Gott so gemacht? Ich konnte meinen Eltern kaum in die Augen schauen – ich war ihnen eine Last“, sagt Adina.

Radio leistet Aufklärungsarbeit
Eines Tages hörte Adinas Vater am Radio, dass auch in Assella, ganz in der Nähe, Frauen mit Geburtsfisteln behandelt würden und dies sogar kostenlos. Also brachte er seine Tochter nach Assella, wo sie medizinisch, operativ und psychologisch behandelt wurde.
Heute kann Adina wieder lächeln. Sie ist wieder komplett trocken – „ein Wunder“, wie sie sagt. Sie hofft nun auf eine bessere Zukunft. „Ich möchte lernen Handarbeiten herzustellen, die ich verkaufen kann, um meine Eltern zu unterstützen.“ Ihr Vater steht ihr bei und möchte seine Tochter auf ihrem Weg weiter begleiten.

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