Die Dürrekrise am Horn von Afrika zeigt: Schwangere Frauen, stillende Mütter und ihre Babys haben unter dem Klimawandel besonders zu leiden. Women's Hope versucht Betroffene möglichst gut zu unterstützen.

Bei der aktuellen Dürrekrise am Horn von Afrika - bisher fielen sechs Regensaisons in Folge aus - handelt es sich um "eine der längsten und brutalsten Dürreperioden der jüngeren Geschichte", so der UN-Bevölkerungsfonds. Mehr als 36 Millionen Menschen sind davon betroffen; gut 1,7 Millionen wurden durch die Dürre bereits gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Für schwangere Frauen und Mütter mit Neugeborenen ist dies fatal. Die Folgen:

Unterernährung: Die Unterernährung von schwangeren und stillenden Frauen erhöhrt das Risiko von Krankheiten und schweren oder tödlichen Schwangerschaftskomplikationen. In Äthiopien, wo Women's Hope tätig ist, sind gemäss UN-Bevölkerungsfonds erschütternde 1,8 Millionen schwangere und stillende Frauen akut unterernährt und benötigen dringend Hilfe.

Eingeschränkter Zugang zu medizinischer Hilfe: Aufgrund der Vertreibung haben viele Frauen vor, während und nach der Geburt keinen Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen, was ihr Leben und jenes ihrer Kinder gefährdet.

Krankheiten: Die klimatischen Veränderungen fördern die Verbreitung von Krankheiten wie Malaria, Denguefieber oder Zika, welche wiederum eine Gefahr für die schwangeren Frauen und ihre Ungeborenen darstellen. Die extreme Hitze führt zudem zu mehr Totgeburten.

Mangelnde Grundversorgung: Die Not zwingt Frauen dazu, auf elementare Dinge wie Verhütungsmittel, Menstruationsprodukte und Seife zu verzichten.

Um auf die Situation der betroffenen Frauen zu reagieren, hat Women's Hope beschlossen, in der Somali-Region in Äthiopien die eigenen Programme für Binnenvertriebene zu öffnen. Dadurch erhalten sie:

Zugang zu medizinischen Dienstleistungen rund um Schwangerschaft und Geburt

Informationen zu Schwangerschaftsvorsorge, Geburt und Wochenbett

Gezielte Trainings, um Komplikationen während Schwangerschaft und Geburt vorzubeugen und im Notfall richtig reagieren zu können

Im vergangenen Jahr verteilte unser Partner vor Ort zudem knapp fünfhundert Kits mit Monatsbinden und Hygieneartikeln an Frauen in Notsituationen.
Schliesslich investiert Women's Hope in die Ausstattung der lokalen Gesundheitszentren und in die Weiterbildung der Mitarbeitenden. Je stärker die lokalen Gesundheitssysteme sind, desto besser können sie den Bedarf nach Unterstützung von schwangeren Frauen auffangen.

Frauen und Klimawandel

Wasser fürs ganze Dorf: Ein Brunnen, gebaut durch unsere Partner im Tschad, erleichtert der vierfachen Mutter Aïcha Adam das Leben; Foto: Salomon Djekorgee Dainyoo/WHI/Fairpicture



Titelbild: Frauen aus der Somali-Region erhalten Hygienekits durch unsere Partnerorganisation OWDA; Foto: Badri Ahmed Hikam

«Der Klimawandel ist nicht nur eine ökologische Krise, vielmehr wirft er grundsätzliche Fragen nach Gerechtigkeit, Wohlstand und Gleichstellung der Geschlechter auf. Neue Erkenntnisse zeigen, dass die negativen Auswirkungen des Klimawandels weltweit alle Arten von geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und Mädchen verschlimmern.»

Reem Alsalem, UN-Sonderberichtserstatterin für Gewalt gegen Frauen und Mädchen

Reem Alsalem

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