Besonders gravierend sind die Folgen im Bereich der Mutter-Kind-Gesundheit. Frauen und Mädchen verlieren
oft als Erste den Zugang zu medizinischer Versorgung. In Bangladesch etwa schränkte die Regierung in unserer Projektregion die Auslieferung von Medikamenten und medizinischen Geräten ein – mit drastischen Folgen
für Schwangere, Mütter und Neugeborene. In Äthiopien berichtet unser lokaler Partner Organization for Welfare and Development in Action (OWDA), aufgrund der Kürzungen rund 8000 besonders verletzliche Menschen
nicht mehr erreichen zu können. Das Gesundheitsministerium musste zudem etwa 5000 Mitarbeitende entlassen, rund 200 NGOs wurden gezwungen, Projekte anzupassen oder einzustellen.
Diese Entwicklungen schmerzen uns sehr. Sie verschieben den Fokus von nachhaltigem Kapazitätsaufbau
hin zu kurzfristigen Massnahmen, die grundlegende Versorgungslücken nicht schliessen können. Fortschritte
bei der Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeit drohen so verloren zu gehen. Für uns ist klar: Mutter-Kind-Gesundheit ist kein technisches Randthema, sondern ein Seismograf für den Zustand globaler Solidarität. Wenn hier gekürzt wird, zeigt sich, welche Leben als schützenswert gelten – und welche nicht.