Eine Hebamme tupft mit Watte auf eine Wunde im Gesicht eines kleinen Mädchens.
Behandlung eines Kleinkindes durch Hebamme, Tschad.
© Salomon Dainyoo/WHI/Fairpicture

Aufgrund des blutigen Bürgerkriegs im Sudan hat sich die Bevölkerung im Osten des Tschad beinahe verdoppelt. Wir lindern akute Not und schaffen Perspektiven für eine gestärkte Gesundheitsversorgung, die sowohl Geflüchteten wie auch der Aufnahmegesellschaft dient.  


Lokaler Partner

Das Bureau d’Appui Santé et Environnement (BASE) ist eine NGO im Tschad, die sich seit rund 30 Jahren für Mütter- und Kindergesundheit einsetzt.


Ziele

Aus dem Sudan geflüchtete Menschen, insbesondere Frauen und Mädchen, erhalten einen besseren Zugang zu medizinischer und psychosozialer Unterstützung und die Aufnahmegesellschaft ist nachhaltig gestärkt.


Aktivitäten

Ausbau der Gesundheitsinfrastruktur, medizinische und psychosoziale Unterstützung, Sensibilisierungsarbeit, Unterstützung geflüchteter Menschen bei der Erschliessung neuer Einkommensquellen.


Teilnehmende

Über 33'000 Menschen profitieren direkt von kostenlosen Gesundheitsdienstleistungen, verbessertem Wasserzugang und Sensibilisierungsaktivitäten, knapp 160'000 indirekt, vor allem von der ausgebauten Infrastruktur.

Der im Sudan tobende Bürgerkrieg hat bereits über zwölf Millionen Menschen vertrieben, viele davon ins Nachbarland Tschad. Ein Grossteil von ihnen, vor allem Frauen und Kinder, hat im Osten des Landes Zuflucht gesucht – genau dort, wo unsere Projektregion liegt.

Die Situation der geflüchteten Menschen ist katastrophal. Die internationalen humanitären Akteure decken nur einen Bruchteil des Bedarfs. Es fehlt an Nahrung, Wasser und medizinischer Versorgung.

Aber auch die Lage der Einheimischen ist herausfordernd: Schätzungen gehen davon aus, dass vier von fünf Kinder unter fünf Jahren und jede zehnte Schwangere an moderater bis akuter Mangelernährung leiden. Gesundheitsdienste sind rar – auf 32'000 Menschen kommt etwa ein Arzt oder eine Ärztin. Der Zustrom an Kriegsvertriebenen erhöht den Druck auf lokale Ressourcen und Infrastruktur nochmals massiv.

In der Provinz Ouaddaï gibt es zehn Lager für geflüchtete Menschen, in drei davon sind wir aktiv. Im stadtnahen Lager Abougoudam sind wir die einzige verbleibende Organisation. Dort legen wir einen besonderen Schwerpunkt darauf, die Menschen beim Aufbau von Perspektiven und finanzieller Selbstständigkeit zu unterstützen.

Titel: Resilienz und Zugang zu integrierten Dienstleistungen für sudanesische Flüchtlinge und Aufnahmegemeinschaften in Ouaddaï, Tschad
Lokaler Partner: Bureau d’Appui Santé et Environnement (BASE)
Projektregion: Sanitätsbezirke Abougoudam, Abéché, Chokoyane und Marfa in der Region Ouaddaï
Dauer: Januar 2026 bis März 2027
Interventionslinien:
Nothilfe / Stärkung des Gesundheitssystems
 

Gemeinsam mit unserer lokalen Partnerorganisation BASE stärken wir seit 2019 das Gesundheitssystem in der Region und fördern insbesondere eine bessere Mutter-Kind-Gesundheit. Mittlerweile unterstützen wir 17 Gesundheitszentren. Im Sommer 2024 begannen wir, unsere Arbeit auszuweiten, um sowohl die Aufnahmegesellschaft als auch Geflüchtete bestmöglich zu unterstützen. Seitdem haben wir unsere Nothilfe kontinuierlich ausgebaut.

Zwei Mitarbeiterinnen von BASE verteilen Decken und Matten.
Wärme dank Menschlichkeit und Decken: Unsere Unterstützung gibt sudanesischen Geflüchteten ein Stück Würde zurück.
© Kevin Doumdedje/WHI

Was wir tun

Wir unterstützen geflüchtete Menschen, indem wir in zwei Lagern den Zugang zu sauberem Wasser und verbesserter Hygiene sicherstellen – etwa durch den Bau von Verbrennungsöfen für Abfall und durch die Abgabe von Hygiene-Kits mit Seifen und Binden. Zudem ermöglichen wir den Menschen psychosoziale Unterstützung und dort, wo der tschadische Staat nicht einspringt, eine kostenlose Gesundheitsversorgung. Mittels Aufklärungskampagnen sensibilisieren wir zu Mutter-Kind-Gesundheit und geschlechtsspezifischer Gewalt. Schliesslich unterstützen wir besonders verletzliche Menschen in Abougoudam darin, ihr eigenes Einkommen zu erwirtschaften, sodass sie für sich und ihre Familien längerfristige Perspektiven aufbauen können.

Wir fördern die Gesundheitsversorgung und senken Zugangshürden, indem wir das Distriktspital Chokoyane um einen ausgestatteten Operationssaal erweitern und bei einem Gesundheitszentrum den Wasseranschluss verbessern. Hiervon profitieren sowohl die Aufnahmegesellschaft wie auch die geflüchteten Menschen.

Wir fördern die Teilhabe der geflüchteten Menschen in Initiativen, die zu einer verbesserten Gesundheit beitragen, indem wir einige von ihnen schulen und mit Materialien ausstatten, sodass sie wichtiges Gesundheitswissen in den Lagern verbreiten und die Menschen gezielt aufsuchen können, um Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen.

Nachhaltigkeit

Durch unser langjähriges Engagement in der Region können wir auf stabile Beziehungen und Erfahrungen aufbauen. Dies erlaubt es uns, langfristige Unterstützung effizient mit Soforthilfe zu kombinieren. So können wir gezielt Not lindern und gleichzeitig Perspektiven für eine stabile Gesundheitsversorgung schaffen, die sowohl Geflüchteten wie der Aufnahmegesellschaft dient. Durch die Förderung der Resilienz von geflüchteten Menschen am Standort Abougoudam unterstützen wir sie zudem dabei, sich langfristige Perspektiven aufzubauen.

Logo DEZA

Wir danken allen Förderpartnern – auch jenen, die hier nicht erwähnt sind – für die Ermöglichung des Projekts.

Frauen laufen für Frauen
Bern, 7. Juni 2026. Mach mit!