Zahlen zeigen: Nur jede dritte Frau mit Geburtsfistel erhält in Äthiopien die medizinische Hilfe, die sie dringend braucht. Das bedeutet: Zwei von drei Frauen bleiben allein mit ihrem Leid – ohne Behandlung, ohne Hoffnung.
Es ist schwierig, die Betroffenen ausfindig zu machen. Viele Menschen kennen die Symptome von Geburtsfisteln nicht; die Frauen leben aufgrund ihrer Aussonderungen isoliert und in Armut.
Erneut hatte Workenesh Glück im Unglück: Die Ärzte erkannten ihr Leiden und operierten die junge Frau. Mit Erfolg. Workenesh besuchte eine Schulung und wurde zur Botschafterin zur Thematik: Heute spricht sie in ihrer Dorfgemeinschaft über Geburtsfisteln und darüber, wie wichtig Vorsorge in der Schwangerschaft ist. So können Komplikationen früh erkannt werden – und Familien können rechtzeitig Geld für die Behandlung und den Weg zur medizinischen Hilfe beiseite legen.
Durch die eigene Erfahrung gelingt es Workenesh, das Vertrauen der Frauen zu gewinnen. Mehr noch: Mit ihrem Engagement leistet Workenesh nicht nur lebenswichtige Präventionsarbeit, sie gewinnt auch Selbstvertrauen und gesellschaftliche Anerkennung zurück – beides hatte sie zwischenzeitlich verloren. Heute sagt sie: «Diese Aufgabe macht mich glücklich.»