Zwei Frauen sitzen sich gegenüber und reden.
Austausch, der gut tut: Workenesh Wolde spricht mit einer ehemaligen Fistelpatientin.
© Selina Leu/WHI

Frauen, die selbst mit einer Geburtsfistel leben mussten, verstehen, was andere Betroffene durchmachen. Deshalb arbeiten wir im Kampf gegen Geburtsfisteln eng mit ehemaligen Fistelpatientinnen zusammen. Workenesh Wolde ist eine von ihnen.

Veröffentlicht am 10. Februar 2026

Workenesh Wolde aus Äthiopien hatte Glück im Unglück: Bei der Geburt ihres zweiten Kindes lag sie drei Tage lang in den Wehen. Es war Regensaison, die Strassen unpassierbar – und eine Hausgeburt daher Workeneshs einzige Option.
 

In Äthiopien entwickeln jährlich tausende Frauen aufgrund einer komplizierten Geburt eine Fistel, eine innere Verletzung, die sie inkontinent zurücklässt. In neun von zehn Fällen verlieren die Frauen dabei ihr Kind.

Doch Workenesh hatte Glück: Ihr Kind überlebte die Geburt.

Mutter mit Kleinkind auf dem Arm.
Workenesh und ihr Kind, Äthiopien.
© Selina Leu/WHI

Als die Nachgeburt nicht kommen wollte, trugen Männer aus dem Dorf die junge Frau vier Stunden lang auf einer Bare zum nächsten Gesundheitsposten – ein rudimentär ausgerüsteter Raum ohne grosse medizinische Ausstattung.
 

Workenesh entwickelte eine Fistel.

Medizinische Hilfe ist Glückssache

Zahlen zeigen: Nur jede dritte Frau mit Geburtsfistel erhält in Äthiopien die medizinische Hilfe, die sie dringend braucht. Das bedeutet: Zwei von drei Frauen bleiben allein mit ihrem Leid – ohne Behandlung, ohne Hoffnung.

Es ist schwierig, die Betroffenen ausfindig zu machen. Viele Menschen kennen die Symptome von Geburtsfisteln nicht; die Frauen leben aufgrund ihrer Aussonderungen isoliert und in Armut.
 

Erneut hatte Workenesh Glück im Unglück: Die Ärzte erkannten ihr Leiden und operierten die junge Frau. Mit Erfolg. Workenesh besuchte eine Schulung und wurde zur Botschafterin zur Thematik: Heute spricht sie in ihrer Dorfgemeinschaft über Geburtsfisteln und darüber, wie wichtig Vorsorge in der Schwangerschaft ist. So können Komplikationen früh erkannt werden – und Familien können rechtzeitig Geld für die Behandlung und den Weg zur medizinischen Hilfe beiseite legen.

Durch die eigene Erfahrung gelingt es Workenesh, das Vertrauen der Frauen zu gewinnen. Mehr noch: Mit ihrem Engagement leistet Workenesh nicht nur lebenswichtige Präventionsarbeit, sie gewinnt auch Selbstvertrauen und gesellschaftliche Anerkennung zurück – beides hatte sie zwischenzeitlich verloren. Heute sagt sie: «Diese Aufgabe macht mich glücklich.»

Ehemalige Fistelbetroffene stossen Wandel an

In Äthiopien bleiben jährlich mehr Frauen nach einer komplizierten Geburt mit einer Fistel zurück, als behandelt werden können. Für die Betroffenen ist das fatal: Viele leben isoliert und in extremer Armut. Unser Projekt unterstützt mit einem ganzheitlichen Ansatz betroffene Frauen und versucht, mit ihrem Einbezug neue Fälle zu verhindern.

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