Umfassender Ansatz in der Behandlung von Geburtsfisteln

Die Begegnung mit Frauen mit einer Geburtsfistel im Tschad war für das WHI-Gründungsehepaar der Anlass das Hilfswerk Women's Hope International zu gründen.

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Problemstellung

Weltweit leben zwei Millionen Frauen mit einer Geburtsfistel. Jedes Jahr kommen 50'000 bis 100'000 neue Betroffene dazu.

Eine Fistel (vesico-rectovaginale Fistel) ist eine gravierende Geburtskomplikation nach tagelanger Wehentätigkeit. In diesem Sinn sind viele Frauen mit einer Geburtsfistel Überlebende, die nur knapp dem Tod entkommen sind. Sie verlieren nicht nur ihr Kind, sondern auch ihre Gesundheit und ihr Leben in der Gemeinschaft. Sie gehören zu den ärmsten und am meisten ausgegrenzten Frauen in Entwicklungsländern. Die schweren inneren Verletzungen (ein Durchbruch zwischen Blase oder Rektum und Scheide) führen zu unkontrolliertem Urin oder Stuhlabgang. Damit ist ein Leben in Würde nicht mehr möglich.

Die tieferliegenden Gründe der Fisteln sind der niedrige Stellenwert der Frau in der Gesellschaft, Armut sowie erschwerter Zugang zu einer adäquaten Gesundheitsversorgung. Bei der Entstehung von Geburtsfisteln sind Kinderehen ein wesentlicher Faktor. Bei Teenagern ist das Becken für eine Schwangerschaft noch nicht ausgereift, was zu schweren Geburten führen kann und somit auch zu Geburtsfisteln.

Engagement von WHI

Eine Geburtsfistel kann durch einen chirurgischen Eingriff einer speziell geschulten Fistelchirurgin oder eines Fistelchirurgen geschlossen werden. Nach einer erfolgreichen Operation verlieren die Frauen keinen Urin respektive Stuhl mehr. Doch bevor die Frauen, die oft seit vielen Jahren mit ihrer Krankheit und ihrem Stigma leben, in einem Spital operiert werden können, müssen sie ausfindig gemacht und ins Spital transportiert werden. Da sie oft mangelernährt sind, ist vor der Operation eine Aufbaudiät angezeigt.

Nach der Operation benötigen die Frauen vielmals Physiotherapie und eine psychologische Begleitung. Zudem wird für jede behandelte Frau ein auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnittenes Rehabilitatisonsprogramm zusammengestellt. Das Ziel ist eine Reintegration in ein vorhandenes soziales Netzwerk oder der Aufbau eines neuen Netzwerkes mit sicheren Lebensgrundlagen.

Somit engagiert sich WHI in der Identifikation, Behandlung, Rehabilitation und Reintegration von Frauen und Mädchen mit Geburtsfisteln. Betroffene Frauen können die körperlichen, psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen ihres Leides überwinden und so wieder ein würdiges Leben führen.

Zudem beteiligt sich WHI in der Prävention und Ursachenbekämpfung von Geburtsfisteln. Dies geschieht durch Projekte der beiden Themen "Sichere Geburten" und "Starke Mädchen und Frauen".

Schaubild Geburtsfistel

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Heilung von Geburtsfisteln

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